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Die Diva und die Tänzerin: Veronika Fischer und Gäste im Gewandhaus


Fast unbemerkt betritt sie die Bühne, unter ihr lassen die Scheinwerfer golde-les Licht durch den Saal fluten, ihr schimmernder Frack hebt sich kaum ab gegen den Hintergrund. Die Band hat gerade eine elegante Einleitung hingelegt, dann endlich schickt sie ihre Stimme hinterher. Eine, die nach 35 Jahren auf der Bühne immer noch nichts von ihrer Intensität verloren hat.

"So im Hoffen auf Dich, so im Warten", singt sie, und die Zeile trifft. Zehn Monate lach dem ursprünglich angesetzten Termin für das Jubiläumskonzert von Veronika Fischer bekommen die Leipziger endlich ihren Liveauftritt im zu rund zwei Dritteln gefüllten Gewandhaus.Veronika Fischer ist immer noch eine

Diva, ihr Auftritt elegant, ihre Stimme geschmeidig und kraftvoll, ein wenig Rauch schwingt mit. Ihre Lieder sind voll von Sehnsucht und Liebe, von den großen Gefühlen. Es wird ein Abend der Champagnerlaune werden, dafür sorgt allein schon die Gästeliste. Darauf stehen einige der Altgedienten der deutschsprachigen Musik, die sich, mindestens teilweise, dem Mainstream versagt haben. Angelika Mann etwa, die "Lütte", die mit ihrer verspielten Stimme nach "Versuchs mal mit Champagner" die Regisseure dieser Republik dazu auffordert, ihr im Theater doch "endlich mal die Marie Stewart" zu geben - jeder im Saal würde es tun, nach solch einem Auftritt.

Oder Ulla Meinecke, die unvermeidliche, aber vor allem im Duett dieser so gegensätzlichen Frauen großartige "Tänzerin" ebenso im Gepäck wie den bedeutungsschwangeren Titel „Wenn zwei zueinander passen". Und wenn Veronika Fischer den Generationensprung wagt und mit der inzwischen 19-jährigen Anna Bicking heute wie vor zehn Jahren „Alles Schöne dieser Welt" besingt, dann gelingt dieser Spagat auch und gerade, weil der jungen Sängerin mit der so eindrucksvollen Stimme der Begriff wuchstalent wohl längst nicht mehr gerecht werden würde. Da wird es langsam Zeit für etwas Eigenes.

Die Atmosphäre im Saal wechselt mit dem Licht. Mal ist die Bühne in tiefkühles Blau getaucht, mal in flammendes Rot. Nicht umsonst hat sich Veronika Fischer Gäste eingeladen, die solche Stimmungswechsel erlebbar machen können. Und auch die Band in ihrer schlichten Besetzung aus Schlagzeug, Gitarre, Hammond Orgel, Piano und Kontrabass wandert zwischen Soul, Jazz und solidem Pop hin und her, als seien die verschiedenen Stile immer schon verwandt gewesen, als gäbe es keine Klischees über deutschen Pop, der doch oft so aufgewärmt wirkt.

Die Rückschau auf 35 Jahre Bühnendasein wird so auch zur Beweisführung für musikalische Klasse und Wandelbarkeit. "Vroni" und ihre Gäste nehmen sich vor, was die Fans hören wollen und mischen es neu ab. "Dass ich eine Schneeflocke wär" etwa, den "Sommernachtsball" oder den "Blues" mit den melancholischen Zeilen "Wenn man nichts mehr hat, wirklich nichts mehr hat, soll man gehn". Sie hätte noch mehr gehabt, das Repertoire ihrer Alben ist unerschöpflich. Und doch, zwei Stunden nach dem so unscheinbaren Auftakt, verlässt Veronika Fischer die Bühne, klingt nur ihre Musik noch nach: "Und da war auch ein Lied, und da war manch ein Wort in jener Nacht..."

Florian Blaschke