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Abschiedsbrief an Franz Bartzsch
Lieber Franz,

du hast uns früh verlassen!

Wie viele schöne Kompositonen hättest du uns noch geben können?
Mein ganzes musikalisches Leben ist mit dir verknüpft!
Es begann in den 70ern. Ich sprach dich an bei "Lift", deiner damaligen Band in der DDR (bis 1973). "Wind trägt alle Worte fort" war dein erster Hit. Ich war beeindruckt und versuchte dich für mich zu gewinnen, für eine eigene Band. Du hattest Lust, weil ich gerade den "Blues" mit Panta Rhei erfolgreich in den Medien hatte. So verbandelten wir uns. 1974 legten wir los. Ein halbes Jahr probten und erarbeiteten wir Eigenes, Neues. Es entstanden die ersten großen Hits, die mich bis heute zeitlos begleiten: "Guten Tag" aus dem Film "Hostess", "Blues von der letzten Gelegenheit", "Klavier im Fluß", "Auf der Wiese", "Sommernachtsball" und  "...daß ich eine Schneeflocke wär".
1975 war unser Jahr! Ungeheuer viele Konzerte folgten. Ich konnte es kaum fassen, du warst voller Ideen. Die Band und ich taten unseres dazu, wir tanzten auf dem Hochseil!
 
Nach zweijähriger Pause, in der wir uns nicht grün waren - du hattest inzwischen deine Band "4 PS" und ich meine - taten wir uns 1978 erneut zusammen. Wir waren so gut wie nie, waren reif für die Welt.
Aber da war die Mauer! Nachdem wir unsere Musik in alle sozialistischen Länder getragen hatten, drehten wir uns im Kreis. Der Westen war weit und kannte uns nicht.
 
Du bliebst nach einem Konzert in West-Berlin. Ich war schwer getroffen, aber das Leben ging weiter.
Ein halbes Jahr später folgte ich dir, von da an machte jeder Seines. Wir mussten uns neu orientieren in einer neuen Welt mit neuen Regeln.
Du schriebst Filmmusiken und komponiertest für viele Kollegen.
Trotzdem verloren wir uns nicht aus den Augen. Es entstanden für mich neue Hits wie: "Ich will den Sommer", später "Lied vom Schnee", "Ein Winter ist mir widerfahr'n" und das letzte: "Luftballonlied". Lieder, die ich sehr liebe.
 
Lieber Franz, es war immer etwas Besonderes, mit dir über Gott und die Welt zu reden, ein Gläschen Wein zu trinken, um letztendlich bei der Musik zu landen und am Ende vielleicht doch ein Lied oder ein Projekt noch einmal gemeinsam anzugehn. Du hast bedauert, dass es in Deutschland für nationale Musiker so schwer war und ist. Darüber sprachst du oft. So war es offenbar auch manchmal für dich.
Aber wer deine Musik entdeckte oder endeckt, der liebt sie.
 
So bleiben uns deine zeitlosen und genialen Lieder, dafür liebe ich dich!
 
Ich werde sie noch ein Stück weiter tragen, danke Franz!
 
Deine Veronika "Vroni"